Management Summary
In einer kritischen Phase mit hoher Unsicherheit und operativem Druck übernahm ein erfahrener GOiNTERIM Manager die Leitung von Produktion und Logistik an einem bedeutenden italienischen Standort eines internationalen Automobilzulieferers im Kunststoffbereich. Die Ausgangslage war anspruchsvoll: Der Standort war personell unterbesetzt, strategisch unter Druck und finanziell herausgefordert. Innerhalb von zehn Monaten gelang es, Strukturen zu stabilisieren, Abläufe im Supply Chain Management und in der Produktion zu optimieren und trotz schwieriger Marktlage neue Dynamik in die Organisation zu bringen. Der Interim Einsatz wurde nicht nur zur operativen Brücke, sondern zum klaren Wendepunkt für den Standort – anerkannt bis in die Private-Equity-Ebene.
Unternhemen
Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen international aufgestellten Zulieferer mit Spezialisierung auf großvolumige Spritzgussteile für die Automobilbranche – der italienische Standort zählt zu den wichtigsten der Gruppe. Das Unternehmen war ein Portfoliounternehmen einer internationalen Private Equity Gesellschaft aus Deutschland. Der Produktionsstandort gilt als technisches Rückgrat für bestimmte Produktlinien im Automotive-Segment und beliefert namhafte OEMs und Tier-1-Zulieferer. Das Umfeld ist geprägt von hohem Qualitätsdruck, engen Zeitfenstern und der Notwendigkeit, flexibel auf volatile Marktentwicklungen zu reagieren – insbesondere in einem wirtschaftlich angespannten europäischen Automotive-Markt.
Ausgangslage
Der bisherige Produktionsleiter hatte das Unternehmen planmäßig verlassen, doch die vakante Position konnte kurzfristig nicht durch die ursprünglich vorgesehene Nachfolge besetzt werden. Damit entstand eine gefährliche Lücke in einer ohnehin angespannten Situation. Einige strategisch wichtige Kunden hatten kurzfristig Aufträge storniert oder verloren, was zu erheblichen Herausforderungen in Auslastung und Planung führte. Gleichzeitig war der Produktionsstandort mit hohem Restrukturierungsbedarf konfrontiert, insbesondere im Bereich Supply Chain, Logistik und Qualität. Das operative Tagesgeschäft musste gesichert, Prozesse stabilisiert und gleichzeitig ein struktureller Neuanfang vorbereitet werden. Umgehend wurde daher ein erfahrener GOiNTERIM Manager mit umfassender Operations- und Industrieerfahrung mandatiert, der kurzfristig Verantwortung übernehmen konnte.
Ziele und Aufgaben
Ziel des Interim Einsatzes war es, die vollständige operative Leitung der Produktion und Logistik zu übernehmen, als Interim COO – mit klarer Verantwortung für Tagesgeschäft, strategische Weiterentwicklung und die Führung der Mitarbeitenden. Schwerpunkte lagen auf der Prozessoptimierung im Supply Chain Management sowie der Verbesserung der Produktionsperformance. Gleichzeitig sollten strukturelle Schwächen in der Aufbauorganisation identifiziert und angepasst werden. Als Teil der erweiterten Geschäftsführung agierte der Interim Manager auf Augenhöhe mit zentralen Entscheidungsträgern – auch im Austausch mit der Private-Equity-Gesellschafterstruktur. Erwartet wurden schnelle, pragmatische Maßnahmen bei gleichzeitiger Vorbereitung auf eine dauerhafte Nachfolge.
Maßnahmen und Umsetzungsschritte
Bereits in den ersten Wochen verschaffte sich der GOiNTERIM Manager ein präzises Bild der operativen Abläufe, der organisatorischen Schwachstellen und der strukturellen Defizite. Besonders in der Logistik zeigten sich Engpässe, die sich auf Produktionsstabilität und Termintreue auswirkten. Durch gezielte Analyseprozesse wurden zunächst kurzfristige Stellhebel zur Stabilisierung des Tagesgeschäfts identifiziert und umgesetzt.
Gleichzeitig begann eine tiefgreifende Reorganisation im Bereich Supply Chain Management – mit klaren Rollen, abgestimmten Prozessen und durchgängiger Steuerung von Beschaffung, Lager und Produktionsversorgung. Die Aufbauorganisation wurde überarbeitet und Schnittstellen neu definiert, um Reibungsverluste zu reduzieren und Abläufe effizienter zu gestalten. Unterstützt wurde der Prozess durch gezielte KPI-Analysen, die Transparenz über Auslastung, Effizienz und Produktivität schufen.
Besonderes Augenmerk galt der Führung und Einbindung der Mitarbeiter. Die Werkstruktur war – entgegen typischer Klischees – durch hohe Eigenmotivation geprägt. Das Team zeigte sich offen für Veränderungen und zog konsequent mit, sobald Zielbild und Maßnahmen klar kommuniziert waren. Diese positive Grundhaltung wurde gezielt genutzt, um Verbesserungen schnell in die Fläche zu bringen. Parallel erfolgte eine enge Abstimmung mit dem HQ sowie der Private-Equity-Gesellschafter, um strategische Weichenstellungen abzusichern und die Standortentwicklung eng in die Gesamtstrategie einzubetten.
Erfolge und Ergebnisse
Nach zehn Monaten war der Standort nicht nur operativ stabilisiert, sondern in zentralen Bereichen deutlich leistungsfähiger aufgestellt als zu Beginn des Mandats. Die Lieferperformance wurde spürbar verbessert, Engpässe in der Logistik beseitigt und die Produktionssteuerung deutlich effizienter gestaltet. Die neu eingeführten Prozesse im SCM sorgten für mehr Transparenz, planbarere Abläufe und eine bessere Verzahnung zwischen Einkauf, Produktion und Versand.
Auf strategischer Ebene wurde das Werk erfolgreich für die Zeit nach dem Interim Einsatz vorbereitet. Die Aufbauorganisation war klar definiert, die Schnittstellen professionell geregelt, und die Mitarbeiterführung hatte sich – auch dank strukturierter Einbindung – deutlich stabilisiert. Die Zusammenarbeit mit der PE-Gesellschaft gestaltete sich eng, vertrauensvoll und lösungsorientiert – der Interim Manager galt dabei als Bindeglied zwischen operativem Tagesgeschäft und strategischer Neuausrichtung.
Nicht zuletzt wurde durch den Einsatz die Basis geschaffen, um das Werk für neue Kunden und Projekte attraktiv zu machen – trotz der schwierigen Marktlage. Der Übergang an die dauerhafte Nachfolge konnte reibungslos erfolgen, gestützt auf belastbare Strukturen und ein hochmotiviertes Team.
Fazit
Das Interim Projekt war weit mehr als eine kurzfristige Überbrückung – er wurde zum Impulsgeber für Stabilität, Effizienz und Zukunftsfähigkeit an einem kritischen Produktionsstandort in Italien. Mit klarer Führung, tiefem operativem Verständnis und strategischem Weitblick gelang es, eine herausfordernde Situation zu wenden und das Werk nachhaltig zu stärken. Der reibungslose Übergang in die Nachfolgelösung zeigt: Interim Management kann nicht nur Lücken schließen, sondern echten Mehrwert schaffen – gerade dann, wenn es auf Tempo, Struktur und Wirkung ankommt.
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Dr. Martin Ludwig Mayr, Geschäftsführer
martin.mayr@gointerim.com
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